Filmfestival Cannes 2015

Cannes

© FDC / Lagency / Taste (Paris) / Ingrid Bergman © David Seymour / Estate of David Seymour – Magnum Photos

Gerade ging das 68. Filmfestival von Cannes zu Ende. Vom 13. bis 24. Mai wurden die neuesten Filme gezeigt und am Ende die Goldene Palme an den besten Film verliehen. Filmschaffende und Cineasten aus aller Welt fanden sich zusammen, um bei den wichtigsten Filmfestspielen dabei zu sein. Die Highlights von der Croisette sind hier zusammengefasst.

Das diesjährige Plakat zierte die unvergessene Ingrid Bergman mit bezauberndem Lächeln auf einem Schwarzweißfoto. Sie ist umrandet von azurblauen Buchstaben, wie das Meer vor der Côte d’Azur. Das Festival ließ die Schauspielikone wieder aufleben und das hatte seinen Grund: in diesem Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden, weshalb sie mit dem Dokumentarfilm „Ingrid Berman – In her own words“, der in Cannes Premiere feierte, geehrt wurde. Außerdem war ihre Tochter Isabella Rossellini die Jury-Präsidentin der Nebenreihe „Un Certain Regard“.

Die Hauptjury wurde von den beiden Altmeistern Joel und Ethan Coen geleitet. Mit von der Partie waren auch Sienna Miller, Jake Gyllenhaal und Wunderkind Xavier Dolan, der in den vergangenen Jahren bereits vier Filme unter seiner Regie in Cannes vorstellte.

Im offiziellen Wettbewerb um die Goldene Palme liefen 19 Filme. Einige davon behandelten die Themen Liebe und Beziehung. In Carol spielt Cate Blanchett eine verheiratete Frau, die eine junge Frau liebt. Im Film Valley of Love treffen sich auf Wunsch ihres Sohnes, der Suizid beging, die geschiedenen Eltern im Death Valley. Auf witzige Art und Weise geht der Film The Lobster mit Singles um. Diese werden nämlich in ein Camp gesperrt, in dem sie entweder endlich einen Partner finden, oder in ein Tier ihrer Wahl, zum Beispiel einen Hummer, verwandelt werden.

 

In folgenden Filmen geht es um Trauer, politische und gesellschaftliche Themen. Son of Saul ist ein ungarischer Debütfilm über den Holocaust, der im KZ Auswitz spielt. In La Loi du Marché geht es um einen Arbeitslosen, der mit den harten Gesetzen des Marktes konfrontiert wird. Der Film Dheepan handelt von einem ehemaligen Soldaten, der mit einer jungen Frau und einem Kind vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka flieht, um zusammen in Paris als Familie zu leben.

Leichter daher kommt der Film Youth von Paolo Sorrentino, in dem sich zwei alte Herren in einem Schweizer Wellnesshotel Gedanken über ihre Zukunft machen. Selma Hayek ist als traurige Königin in dem kafkaesken Film Tale of Tales zu sehen.

Drei Filmbeiträge kommen aus Japan, China und Taiwan: Our Little Sister, Mountains May Depart und The Assassin. Letzterer ist ein atmosphärisches Epos über eine Auftragsmörderin aus dem 9. Jahrhundert.

Drei Wettbewerbsfilme wurden von den Kritikern verrissen: das neue Werk von Gus van Sant The See of Trees über einen Mann, der seinen Suizid plant, der Drogenthriller Sicario und Marguerite & Julien über ein Geschwisterpaar, das sich liebt und sich deshalb verstecken muss.

Außerhalb des Wettbewerb liefen unter anderem der Eröffungsfilm La Tête Haute von der Regisseurin Emmanuelle Bercot mit Catherine Deneuve als Sozialarbeiterin, die sich für einen Vorstadtjungen einsetzt, die Postapokalypse Mad Max: Fury Road und die Verfilmung von The Little Prince, einem der schönsten Kinderbücher von Antoine de Saint-Exupéry. Außerdem zu sehen war Woody Allens neues Werk Irrational Man. Darin spielt Joaquin Phoenix einen Philosophieprofessor in der Midlifecrisis, dem die Idee eines perfekten Mordes wieder neue Lebensfreude beschert.

 

Die Goldene Palme für den besten Film erhielt schließlich Dheepan von Jacques Audiard, den Grand Prix gewann der Film Son of Saul von László Nemes und als Best Director wurde Hou Hsiao-Hsien für The Assassin ausgezeichnet.