Film: Listen Up Philip

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Schriftsteller können schon sehr speziell sein. Das trifft auch auf Philip (Jason Schwartzman), dem Protagonisten in Listen Up Philip, zu. Er ist arrogant, selbstverliebt, egoistisch und launisch. Sein erstes Buch war ein großer Erfolg, nun warten alle auf ein Nachfolgerwerk. Doch die Inspiration will nicht kommen. Philip schiebt es auf New York, die Stadt, in der er lebt und die er leidenschaftlich hasst. Da hilft es auch nicht, dass sich die Metropole spätsommerlich und in goldenes Licht getaucht von ihrer besten Seite zeigt. Seine schlechte Laune lässt Philip an jeden aus, der ihm begegnet: Exfreundinnen, Verlagsmitarbeiter und vor allem an seiner Freundin Ashley, mit der er in einer schicken New Yorker Wohnung lebt.

Sein Erfolg als Schriftsteller und sein gutes Aussehen sorgen für eine gewisse Anziehungskraft, bis er die Menschen irgendwann mit seinem Verhalten vergrault. Der einzige, der ihn versteht ist sein älterer Schriftstellerkollege und Seelenverwandter Ike Zimmerman (Jonathan Pryce), der selbst in einer Schaffenskrise steckt. Er lädt Philip in sein Landhaus ein, um der ungeliebten Stadt zu entkommen und an seinem neuen Buch zu arbeiten. Anstatt zu schreiben, nimmt er einen Job an einem College an, um Kreatives Schreiben zu unterrichten. Auch dort macht er sich unbeliebt und ist meistens alleine. Nur eine Kollegin kann er doch noch für sich begeistern.

Listen Up Philip 2

In New York lässt er seine Freundin Ashley (Elisabeth Moss) zurück, die als Fotografin arbeitet. Anfangs ist sie niedergeschlagen und einsam, doch im Laufe der Zeit lernt sie sich mit der neuen Situation des Alleineseins zu arrangieren. Sie trifft sich mit Freunden im Park, geht wieder aus, verkauft Philips Sachen und richtet die Wohnung nach ihrem Geschmack ein. Aus dem Tierheim holt sie sich eine Katze, die die von Philip hinterlassene Leere in der Wohnung und in ihrem Herzen füllen soll. Es gelingt ihr über Philip hinwegzukommen, bis ein Brief von ihm ankommt.

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Listen Up Philip ist der dritte Film des jungen Regisseurs Alex Ross Perry und zeigt sich in bester Independentmanier. Hauptdarsteller Schwartzman kennt man bereits aus einigen Wes Anderson Filmen. Ein auktorialer Erzähler führt den Zuschauer kommentierend durch den Film und begleitet neben dem Protagonisten auch andere Figuren. Als Comedy of Manners stellt der Film das Verhalten der Schriftstellerzunft satirisch dar und spart nicht an schwarzem Humor.

(Bilder: © The Match Factory)