Serie: The Knick

Dr. Thackery (Clive Owen, m.) mit Schwester Lucy (Eve Hewson, l.) und Dr. Bertie Chickering (Michael Angarano, r.) im OP. Dieser ähnelt einem Hörsaal, da andere Ärzte, ausschließlich Männer, bei den Operationen zu zusehen können.

© ZDF/Mary Cybulski

ZDF Neo zeigt die neue Krankenhausserie The Knick von Steven Soderbergh mit Clive Owen als Chefarzt der Chirurgie. New York City um 1900: Es herrscht Hochbetrieb im renommierten Hospital „Knickerbocker“, kurz „The Knick“. Seuchen wie Tuberkulose breiten sich aus, daneben müssen Schwangere und Herzkranke versorgt werden. Es ist eines der modernsten Krankenhäuser, gerade wurde es elekrifiziert und die Ärzte arbeiten mit den neuesten Methoden. Dennoch gleicht das Hospital oft einem makaberen Zirkus. Beispielsweise verursacht ein neues Operationsgerät während der OP einen Kurzschluss und der narkotisierte Patient fängt Feuer. Oder die Beschaffung von Leichen und toten Schweinen als Übungsmaterial wird angeordnet. Die neuen Operationsverfahren müssen nämlich erst erprobt werden, die Sterberate der Patienten ist dementsprechend hoch. Nachdem eine Hochschwangere während der Kaiserschnitt-OP verstirbt, bereits das zwölfte Opfer, sieht der Chefarzt vor Verzweiflung keinen Ausweg mehr und begeht Suizid.

Als dessen Nachfolger wird Dr. John Thackery (Clive Owen) ernannt. Dieser glaubt an den medizinischen Fortschritt und eine hoffnungsvolle Zukunft. Er spricht von einer „Epoche unbegrenzter Möglichkeiten“. Thackery ist nicht gerade ein großer Sympathieträger. Er ist streng, herablassend und lebt nur für seine Arbeit. Nach Dienstschluss tüftelt er an neuen Operationsgeräten, seine Nächte verbringt er in Opiumhöhlen. Den Arbeitsstress und den Schlafmangel kompensiert er mit reichlich Kokain. Als sein neuer Assistent wird ein hochqualifizierter Arzt aus Europa eingestellt. Doch weil er Afroamerikaner ist, wird Dr. Algernon Edwards (André Holland) von Anfang an, vor allem von Thackery, diskriminiert. Bei Operationen darf er nur zusehen, sein medizinisches Fachwissen wird meist ignoriert. Die Unterforderung an seinem neuen Arbeitsplatz veranlasst ihn, Patienten auf eigene Faust privat zu behandeln.

The Knick2

© ZDF/Mary Cybulski

Optisch ist The Knick sehr ansprechend. Die männlichen und weiblichen Darsteller sind bestens gekleidet, auch die Stadtkulissen erwecken Nostalgie nach längst vergangenen Zeiten. Dieser schöne Schein steht in einem krassen Gegensatz zu den Armen und Kranken, die aufgrund der noch begrenzten medizinischen Möglichkeiten und der mangelnden Hygiene reihenweise sterben, wobei die Ärzte oft nur hilflos zusehen können. Neben zwischenmenschlichen Beziehungen, Rassismus und Bürgerrechten thematisiert die Serie die medizinischen Verfahren selbst, deren Entwicklung in dieser Zeit, trotz aller Schwierigkeiten, stark vorangetrieben wurde, wodurch die moderne Medizin, wie wir sie heute kennen, ihren Anfang genommen hat. Wer also kein Problem mit Blut hat, denn davon fließt nicht wenig, und einmal besondere Einblicke in den menschlichen Körper, als auch in die Geschichte der Medizin bekommen will, für den ist die Serie genau richtig.

Die erste Staffel von The Knick umfasst zehn Folgen und läuft immer dienstags um 22.30 Uhr auf ZDF Neo.

http://www.zdf.de/neoserie/the-knick-zdfneo-39327448.html

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