Bild des Tages: Füssli – Der Nachtmahr

Der Nachtmahr

Das heutige Bild des Tages lädt – passend zu Halloween – zum Gruseln ein. Es stammt von dem Schweizer Maler Johann Heinrich Füssli, der von 1741 bis 1825 lebte. Er war fasziniert von Träumen und Visionen, statt der objektiven Welt wollte er das Subjektive darstellen. Seine Werke werden der Schwarzen Romantik zugeordnet, vor allem das Ölgemälde Der Nachtmahr von 1790 gilt als beispielhaft für diese Strömung. Diese 2. Version ist hochformatig, die Farben sind blass und weitestgehend auf Hell- und Dunkelkontraste reduziert. Das Bild zeigt eine schlafende Frau und zugleich den Inhalt ihres Albtraumes. Das Zentrum bildet eine Dreieckskomposition. Die Schlafende in ihrem weißen Nachtkleid steht im Kontrast zur nächtlichen Dunkelheit des Raumes. Mit ihrem Antlitz und der bleichen Haut erinnert sie an eine antike Statue. Sie ist über das Bett gestreckt in einer unnatürlichen Verrenkung, wie nach einem Kampf mit Dämonen.

Grund dafür ist das unheimliche Wesen, das mit einem fiesen, triumphierenden Grinsen auf ihrem bewegungsunfähigen Körper sitzt. Dieser titelgebende Nachtmahr, auch veraltet Alb oder Incubus genannt, ist ein mit Elfen verwandtes Fabelwesen aus der germanischen Mythologie. In der Vorstellung lösen diese schlechte Träume aus, wobei sie auf der Brust des Schlafenden sitzen und ein unangenehmes Druckgefühl erzeugen. Der nächtliche Besucher beschert der Frau einen grauenhaften Traum, der sie lähmt. Das böse Spiel, das er treibt, jagt ihr Angst und Panik ein. Durch den Vorhang schaut ein Pferd mit geblendeten Augen und irrem Blick, auf diesem reitet der Nachtmahr gewöhnlich. Die beiden gespenstischen Nachtgestalten sind unscharf, nicht greifbar, als würden sie sich jeden Moment in Rauch auflösen, wie ein Traum. Man sehnt sich das erlösende Tageslicht herbei. Was bleibt, ist die Angst vor ihrer Wiederkehr.

Bildquelle: Wikicommons

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