Olafur Eliasson. Baroque Baroque

Der dänisch-isländische „Superstar“ der zeitgenössischen Kunstszene, Olafur Eliasson, macht derzeit Station in Wien. Aus einer Kooperation der TBA21 und der Österreichischen Galerie Belvedere ist eine Ausstellung im Winterpalais des Prinzen Eugen entstanden, die mit „In-Your-Face-Kunst“ Jahrmarktqualität beweist. Jahrmarkt deshalb weil Staunen, Schauen und Erleben im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Das Spiegelbild als Reflektion der Selbstreflektion, lädt dazu ein sich selbst beim Kunst-Betrachten zu betrachten. Also für die Generation „Selfie“ wie auf den Leib geschneidert. Das pompöse Interieur des Winterpalais lässt das simple Tool „Spiegel“ zu einem nimmersatten Luxusobjekt verkommen und das Interieur schaut sich narzistisch beim Glänzen zu.

EliassonOlafur Eliasson, New Berlin Sphere, 2009Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Collection, Wien, Foto: Anders Sune Berg © 2009 Olafur Eliasson

Was Eliasson und sein 90-Mann/Frau-Studio mit Sicherheit können ist physikalische Spiele, Design und Kunst zu einem Großen zu verbinden. Schon bei der Diskussionsrunde die der Ausstellungseröffnung voranging wurde mit Hilfe eines Astrophysikers über das Universum und der Rolle des darin beinhalteten „Ichs“ fabuliert. Dahingehend referenzieren auch die überlebensgroßen Kaleidoskop-Skulpturen in der Ausstellung, in welchen sich die Besucher, zu hundertfach wiederfinden können.

EliOlafur Eliasson, Kaleidoscope, 2001The Juan & Patricia Vergez Collection, Buenos Aires, Foto: Anders Sune Berg © 2001 Olafur Eliasson

OlafurEliassonOlafur Eliasson, Wishes versus wonders, 2015Courtesy Olafur Eliasson; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York, Foto: Anders Sune Berg © 2015 Olafur Eliasson

Neben den Kaleidoskop-Skulpturen und dem alle Räume durchlaufenden riesigen Spiegel sind auch Lichtinstallationen, Mobiles, Skulpturen und Filmmaterial ausgestellt. Besonders interessant: die gleißend gelbe Licht-Skulptur im durchwegs mit Gold getäfelten Raum. Ein Blick auf die Spiegelwand und man fühlt sich der Sonne näher denn je zuvor.

EliassOlafur Eliasson, Eye see you, 2006Installationsansicht im Winterpalais, Wien, 2015 Edelstahl, Aluminium, Farbfiltereffektglas und Glühbirne 230 x 120 x 110 cm

Olafur Eliasson spielt in der Ausstellung auch mit dem Winterpalais als solches. Schon im Treppenaufgang wird der Besucher durch gelbliches Licht in eine Welt aus Schwarz und Weiß gekippt. Barocke Deckenmalereien erscheinen düster, erdrückend in dem schwarz-gelblichen Schein. Schaut man auf den Boden unter sich, so ist der rote Teppich verschwunden und man wandelt auf schwarzem Grund. Ein Spiel mit der Vergänglichkeit des Menschen oder vielleicht sogar der Kunst? Oder doch nur ein kleiner physikalischer Zaubertrick dessen einziges Ziel es ist zu erstaunen?

Die Ausstellung ist noch bis 6. März 2016 im Winterpalais in Wien zu sehen.

Olafur Olafur Eliasson, Yellow corridor, 1997 The Juan & Patricia Vergez Collection, Buenos Aires, Foto: Anders Sune Berg © 1997 Olafur Eliasson

Quelle: belvedere.at

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