Ausstellung: Andy Warhol

Nach der „Warholmania“ im Münchner Museum Brandhorst widmet auch die Städtische Galerie in Rosenheim der Pop Art-Ikone eine Ausstellung. Auch wenn diese in einem bescheideneren Rahmen stattfindet, ist die kleine Galerie umso stolzer rund 100 Original-Siebdrucke Warhols präsentieren zu können. Neben einigen bekannten Motiven sind auch Bilder darunter, die das erste Mal öffentlich gezeigt werden.

Ermöglicht wurde die Ausstellung Andy Warhol – The Original Silkscreens durch die Kooperation mit der Stiftung und Museum DASMAXIMUM, Traunreut. Dessen Gründer, Heiner Friedrich, der 30 Jahre lang mit Warhol zusammenarbeitete, stellte die Werke als Leihgaben zur Verfügung. Darunter sind Porträts von Mao, Kimiko, Lenin und natürlich Marilyn Monroe. Ihr quadratisches Bild stammt aus dem Thriller Niagara von 1953, der sie als Femme fatale zeigt und zur Filmikone stilisierte. In der Ausstellung sind sieben Farbvariationen davon vertreten, die jeweils unterschiedliche Wirkungen entfalten – von lebendig und sinnlich, fahl und kränklich bis unnatürlich grell.

Marilyn

Die Marilyn-Bilder von 1967 gehören zur Serie Death and Disaster, in der sich Warhol mit Katastrophen, Unfällen und allgemein mit dem Thema Tod in Amerika auseinandersetzte. Monroes glorreicher Aufstieg in Hollywood und der traurige Fall durch ihren tragischen Tod nach einer Überdosis Medikamente mögen der Anlass dazu gewesen sein. Ebenfalls zu dieser Serie zählen die Electric Chairs, wovon zwei Bilder in der Ausstellung zu sehen sind. Die Bildreihe Skulls von 1976 entstand erst später, behandelt jedoch dasselbe Thema. Das Attentat auf Warhol 1968 und der Tod seiner Mutter 1972 konfrontierte ihn mit seiner eigenen Endlichkeit. Diese Erfahrung verarbeitete er in einer Neuinterpretation des mittelalterlichen Memento-mori-Motivs im Stil der Pop Art.

Skulls

Zu Warhols unbekannteren Werken zählt die Serie Shadows I, sie zeigt zweifarbige Schattenwürfe von Objekten. Außerdem hat die Städtische Galerie das Privileg zehn Bilder der insgesamt 632 Siebdrucke umfassenden Serie Sunset von 1972 das erste Mal in einer Ausstellung zu zeigen. Darauf dargestellt ist ein Sonnenuntergang, der durch kontrastreiche satte Farben abstrakt verfremdet wird und zweidimensional erscheint. Ein Ausstellungsraum widmet sich dem Portfolio Flash – November 22, bestehend aus Pressemeldungen und eigenen Siebdrucken Warhols, die das tödliche Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 thematisieren.

Sunset

Die Ausstellung ist bis 12. Juni in der Städtischen Galerie Rosenheim zu sehen.

Bildmaterial:

1) Warhol, Marilyn, 1967, Siebdruck, 91,5 x 91,5 cm, Repro Kimmel (c)%20 2015 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.%20 Artists Rights Society (ARS), New York

2) Warhol, Skulls, 1976, Siebdruck, Repro Franz Kimmel (c) 2015 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. Artists Rights Society (ARS), New York

3) Warhol, Sunset, 1972, Siebdruck, Repro Franz Kimmel (c) 2015 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. Artists Rights Society (ARS), New York

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