Berlinale 2016

Die 66. Berlinale, das weltweit größte Publikumsfilmfestival, ging am Sonntag zu Ende. Vom 11. bis 21. Februar feierte sich die Filmbranche in Berlin selbst und präsentierte ihre neuesten Werke. Zahlreiche Hollywoodstars folgten der Einladung von Festivaldirektor Dieter Kosslick, allen voran George Clooney und Meryl Streep, die Jurypräsidentin der diesjährigen Berlinale mit dem Thema „Recht auf Glück“.

Berlinale

 

Insgesamt 18 Filme liefen im Wettbewerb um den Goldenen Bären. Am Ende kürte die Internationale Jury Fuocoammare von dem italienischen Regisseur Gianfranco Rosi zum Besten Film. Der Goldene Bär geht damit das erste Mal seit 60 Jahren an eine Dokumentation. Fernab von schnelllebigen Nachrichtenmeldungen wird darin der Alltag auf der Insel Lampedusa gezeigt, die seit Jahren das Ziel von Flüchtlingsbooten ist. Die Entscheidung für diesen Film kann als Statement zum Festivalthema „Recht auf Glück“ verstanden werden, denn alle Geflohenen, die sich auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer machen, verbindet ihre Hoffnung auf Glück und ein besseres Leben.

 

Den Großen Preis der Jury erhielt Death in Sarajevo von Danis Tanović, der Silberne Bär für die Beste Regie ging an Mia Hansen-Løve für L‘ avenir. Als Beste Darstellerin und Bester Darsteller wurden die Dänin Trine Dyrholm in Kollektivet von Thomas Vinterberg sowie der Tunesier Majd Mastoura in Hedi von Mohamed Ben Attia ausgezeichnet. Aufsehen erregte der achtstündige philippinische Beitrag mit dem poetischen Titel A Lullaby to the Sorrowful Mystery von Lav Diaz. In ästhetischem Schwarzweiß erzählt das Filmepos von der philippinischen Revolution gegen die spanische Kolonialherrschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Für die einen war der Film eine Zumutung, für andere ein Eintauchen in ein Paralleluniversum. Von der Jury wurde er mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet.

Der österreichische Beitrag Kater von Händl Klaus gewann den Teddy-Award. Er ist der weltweit einzige queere Filmpreis und hatte dieses Jahr seinen 30. Geburtstag. Der einzige deutsche Wettbewerbsfilm ging leer aus. In dem Drama 24 Wochen von Anne Zohra Berrached spielen Julia Jentsch und Bjarne Mädel ein Paar, das vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens steht; ihr ungeborenes Kind, das mit Down-Syndrom und einem Herzfehler zur Welt kommen wird, im sechsten Monat abzutreiben. Auch das Drama Alone in Berlin von dem Schweizer Regisseur Vincent Perez nach dem Roman Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada mit Daniel Brühl, Brendan Gleeson und Emma Thompson in den Hauptrollen blieb ohne Auszeichnung.

Außer Konkurrenz wurde der neue Film Chi-Raq von Spike Lee gezeigt. Darin tritt eine Gruppe von Frauen in einen Sexstreik, um rivalisierende Gangs in Chicago zu einem Ende ihrer Straßenkämpfe zu bewegen. In der Reihe Panorama, welche neue Independent- und Arthousefilme vorstellt, lief Maggie’s Plan von der amerikanischen Regisseurin Rebecca Miller. Greta Gerwig spielt Maggie, die über Unwege ihren Kinderwunsch erfüllen will und letztlich in einem Beziehungsdreieck mit John (Ethan Hawke) und Georgette (Julianne Moore) landet. Seit 2015 gibt es die Sektion Berlinale Special Series, in der internationale Serien präsentiert werden. Gezeigt wurde unter anderem die Premiere der ersten Episode der US-Erfolgsserie Better Call Saul aus Staffel 2.

Ein Highlight war der Eröffnungsfilm Hail, Caesar! von Joel und Ethan Coen, eine Satire über und zugleich Hommage an das Hollywood-Kino der 50er Jahre mit Starbesetzung: George Clooney, Tilda Swinton, Scarlett Johansson und Ralph Fiennes spielen mit. Auf der Berlinale wurden außerdem der kürzlich verstorbene David Bowie sowie Alan Rickman und Ettore Scola mit einem Tribute geehrt. Mit einer Hommage und dem Goldenen Ehrenbären wurde der deutsche Kameramann Michael Ballhaus für sein Lebenswerk gewürdigt.

Plakat: © Berlinale

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