Filmfest München 2016

Während alle anderen im Fußballfieber sind, fanden sich die Cineasten von 23. Juni bis 2. Juli in München zusammen, um das deutsche und internationale Kino auf dem 34. Filmfest München zu feiern. Beide Lager verbindet ihre Leidenschaft, für den Ballsport, oder eben die Filmkunst. Leidenschaft in all ihren Facetten war auch das Motto des Filmfestes.

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Es ging um Liebe, Sex und Gewalt sowie um die Leidenschaft für Musik und Bewegung in den insgesamt 207 gezeigten Filmen aus 62 Ländern. Am Ende gewann ein eher subtiles Drama des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi den ARRI/Osram Award für den besten internationalen Film. Bereits in Cannes erhielt The Salesman den Preis für das beste Drehbuch und Shahab Hosseini den Preis als bester Hauptdarsteller. Er spielt darin zusammen mit Taraneh Alidoosti ein junges Paar in Teheran, das in eine neue Wohnung zieht und mit dem dubiosen Leben der Vormieterin konfrontiert wird.

 

Der CineVision Award für den besten internationalen Nachwuchsfilm ging an die französische Regisseurin Houda Benyamina für den Film Divines. Der Coming of Age-Film erzählt von einem Mädchen, das sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten muss. Mit dem FIPRESCI Preis der internationalen Filmkritik wurde Dinky Sinky von Mareille Klein für seine Leichtigkeit und Humor ausgezeichnet. Der Film, der in der Reihe „Neues Deutsches Kino“ lief, handelt von einer Frau, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht. Der Bayern 2/SZ-Publikumspreis wurde an Nur wir drei gemeinsam des französischen Komikers Kheiron verliehen.

Eröffnet hatte das 34. Filmfest München der Vater-Tochter-Film Toni Erdmann. Die Tragikomödie von Maren Ade wurde bereits in Cannes von den Kritikern gefeiert. Auf dem Münchner Filmfest gefeiert wurde der Hollywood-Star Ellen Burstyn mit einer Hommage. Die 83-Jährige, die unter anderem in Der Exorzist und House of Cards mitspielt, bekam den CineMerit Award verliehen. Außerdem wurde der deutsche Filmemacher Christian Petzold mit einer Retrospektive geehrt.

Außerhalb des Wettbewerbs lief in der Programmreihe Spotlight das Melodram Ma Ma – der Ursprung der Liebe von Julio Medem. Darin spielt Penélope Cruz eine Ehefrau und Mutter, die trotz der Diagnose Brustkrebs und weiteren Schicksalsschlägen nicht aufgibt zu kämpfen. Sönke Wortmanns Deutschland. Dein Selbstporträt ist ein Mosaik aus vielen kurzen Filmen, die Menschen in ganz Deutschland am 20. Juni 2015 eigenständig gedreht haben. Aus diesen subjektiven Momentaufnahmen entstand ein vielfältiges Selbstporträt des Landes.

 

Film-Tipp:

Ein Dackel spielt die Hauptrolle in der Gesellschaftssatire Wiener Dog von Regisseur Todd Solondz, die ebenfalls in der Reihe Spotlight gezeigt wurde. Dieser lebt eine Zeit lang bei wechselnden Besitzern, darunter ein kleiner Junge, eine Tierarztassistentin, ein gescheiterter Drehbuchautor und eine ältere Dame. Dabei reist die Hündin durch ganz Amerika und erhält Einblicke in deren Leben, die scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben außer einer Sehnsucht, die sie antreibt. Die Begegnung mit dem Tier hinterlässt in allen Menschen tiefe Spuren und bringt sie dem Glück ein kleines Stück näher. In der Tragikomödie spielen Greta Gerwig, Kieran Culkin, Danny DeVito, Ellen Burstyn, Julie Delpy und Zosia Mamet mit.

 

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Bildquelle: © Filmfest München