Filmfestival Venedig 2016

Die roten Teppiche am Lido werden wieder eingerollt, am Samstag endeten die 73. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Von 31. August bis 10. September berührten, schockierten und begeisterten Filme aus aller Welt die Zuschauer. Als besten Film kürte die neunköpfige Jury mit dem britischen Regisseur Sam Mendes als Präsident aus 20 Wettbewerbsbeiträgen ein unkommerzielles Filmepos.

Den Goldenen Löwen für den besten Film gewann der philippinische Regisseur Lav Diaz für sein Drama The Woman Who Left. Darin wird die Geschichte einer zu Unrecht des Mordes verurteilten Frau erzählt, die nach einer 30-jährigen Haftstrafe entlassen wird. Sie versucht, in ihr Leben zurückzufinden und sinnt auf Rache. Mit einer Dauer von fast vier Stunden ist das Schwarz-Weiß-Epos nur noch halb so lang wie Diaz‘ vorheriges Werk A Lullaby to the Sorrowful Mystery, das auf der diesjährigen Berlinale gezeigt wurde. Der Große Preis der Jury ging an den Modedesigner Tom Ford. Sieben Jahre nach seinem Debütfilm A Single Man präsentierte er in Venedig den Thriller Nocturnal Animals, in dem sich ein Schriftsteller (Jake Gyllenhaal) an seiner reichen Exfreundin (Amy Adams) auf seine Art rächt: Er schreibt eine fiktive Geschichte, die für seine Verflossende beim Lesen zum Albtraum wird.

 

Als beste Schauspielerin wurde Emma Stone ausgezeichnet. An der Seite von Ryan Gosling ist sie in dem Musical La La Land von Regisseur Damien Chazelles zu sehen. Der Eröffnungsfilm ist in Hollywood angesiedelt und handelt von der Liebe zwischen eines Jazzpianisten und einer Schauspielerin. Den Preis als bester Schauspieler bekam der Argentinier Oscar Martínez für seine Rolle in der Tragikomödie El ciudadano ilustre. Auch eine Deutsche ist unter den Preisträgern: Die 21-jährige Paula Beer wurde als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. In François Ozons Historienfilm Frantz spielt sie eine junge Frau, die im Ersten Weltkrieg ihren Verlobten verliert. Kurze Zeit später taucht ein französischer Soldat auf, der bald dessen Rolle innerhalb der Familie einnimmt.

Der Spezialpreis der Jury ging an die Regisseurin Ana Lily Amirpour für The Bad Batch. Das apokalyptische Werk ist nicht weniger blutig als ihr Vampirfilm A Girl Walks Home Alone At Night. Schauplatz ist diesmal die texanische Wüste, die von Menschen bevölkert wird, deren amerikanischer Traum längst ausgeträumt ist. Mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk wurde der 83-jährige französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo geehrt. Seinen Durchbruch feierte er 1960 mit Außer Atem von Jean-Luc Godard. Darin und in vielen weiteren Filmen mimte Belmondo den verführerischen Draufgänger. Auch Wim Wenders war in Venedig vertreten. Er stellte seinen neuen, wieder in 3D gedrehten Film Die schönen Tage von Aranjuez vor, ging jedoch leer aus.

http://www.labiennale.org/en/

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Beitragsbild: © ASAC / la Biennale di Venezia

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Ein Gedanke zu “Filmfestival Venedig 2016

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