Viennale 2016

Gestern endete die 54. Viennale. Von 20. Oktober bis 2. November zeigten vier Kinos in Wien 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, darunter nationale und internationale Premieren. Die Viennale richtet zwar keinen Wettbewerb aus, prämiert aber österreichische Filme mit dem Wiener Filmpreis. Daneben war ein breites Rahmenprogramm geboten und zwei besondere Gäste sorgten für musikalische Höhepunkte.

viennale_plakat

 

Auf der Viennale zu sehen waren wichtige Filme des Jahres, die bereits auf anderen Filmfestivals gezeigt und geehrt wurden, darunter die diesjährigen Cannes-Beiträge La Fille Inconnue, Paterson, Sieranevada, Personal Shopper, Gimme Danger und I, Daniel Blake von Ken Loach, der die Goldene Palme gewann. Das iranische Drama Forushande von Regisseur Asghar Farhadi war der Sieger auf dem Filmfest München, der Viennale-Abschlussfilm La La Land eröffnete Ende August das Filmfestival Venedig.

Die Jury, die aus der Schriftstellerin Valerie Fritsch, der Schauspielerin und Moderatorin Miriam Hie, Rudi Klein, der Musikerin Teresa Rotschopf und dem Direktor des Leopold Museums, Hans-Peter Wipplinger, bestand, zeichnete die zwei besten österreichischen Filme des vergangenen Jahres mit dem Wiener Filmpreis aus. In der Kategorie Spielfilm gewann die Regisseurin Barbara Eder mit dem Thriller Thank You For Bombing, der die Geschichte von drei Kriegsreportern erzählt. Der zweite Wiener Filmpreis ging an Sigmund Steiner, der in seinem Dokumentarfilm Holz Erde Fleisch die heutige Landwirtschaft sowie das Verhältnis zwischen Alt- und Jungbauern beleuchtet. Mit dem Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik wurde Kaweh Modiri für seine Doku-Fiktion Bodkin Ras ausgezeichnet, der Standard-Viennale-Publikumspreis ging an Babak Anvari für die Horror-Allegorie Under The Shadow.

Mit Tributes geehrt wurden der kürzlich verstorbene Experimentalfilmemacher Peter Hutton sowie der Drehbuchautor und Filmemacher Kenneth Lonergan. Außerdem veranstaltete das Filmarchiv Austria eine Retrospektive zum Filmemigranten Robert Land und das Filmmuseum die Retrospektive Ein zweites Leben – Thema und Variation im Film. Zu Besuch waren der Regisseur John Carpenter, der seine Lost Themes zusammen mit fünf Musikern live zu Ausschnitten seiner filmischen Arbeiten präsentierte. Auch Patti Smith gab sich die Ehre, die Musikerin gestaltete einen Abend mit einer Mischung aus Konzert und Lesung. Zudem widmete sie der Viennale eine eigene Fotoausstellung mit 28 Fotoarbeiten, in denen sie ihr Leben, ihre Reisen und ihre Freunde dokumentiert hat.

 

Film-Tipp:

Die Viennale eröffnete das Drama Manchester by the Sea des US-amerikanischen Regisseurs Kenneth Lonergan. Casey Affleck spielt darin den einsamen und schweigsamen Hausmeister Lee Chandler. Als sein Bruder an einem Herzinfakt stirbt, muss Lee die Verantwortung für seinen pubertierenden Neffen übernehmen und in seine alte Heimatstadt zurückkehren. Dort trifft er nicht nur seine Exfrau Randi (Michelle Williams) wieder, sondern wird auch mit seiner schmerzhaften Vergangenheit konfrontiert.

 

http://www.viennale.at/de

Beitragsbild: privat

Plakat: © Viennale

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