Serie: Dark

Man konnte es kaum nicht mitbekommen, so sehr wurde im Vorfeld die Werbetrommel gerührt. Eine neue Mystery-Serie der Spitzenklasse, die auch noch aus Deutschland kommt. Seit Freitag sind die zehn Folgen der 1. Staffel von Dark auf Netflix verfügbar. Und es wurde nicht zu viel versprochen – die Serie toppt alles, was in letzter Zeit erschienen ist.

Wir vertrauen darauf, dass die Zeit linear verläuft. Dass sie auf ewig gleichförmig voran schreitet bis in die Unendlichkeit. Aber die Unterscheidung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nichts als eine Illusion. Gestern, heute, morgen folgen nicht aufeinander. Sie sind in einem ewigen Kreis miteinander verbunden. Alles ist miteinander verbunden.

Mit diesen einleitenden Worten beginnt Dark. Die Rahmenhandlung spielt im Jahr 2019 in der Kleinstadt Winden: endlose Wälder, in denen die Windener Höhlen verborgen sind, und ein Atomkraftwerk. Ein Mann begeht Suizid und hinterlässt einen Abschiedsbrief, der nicht vor dem 4. November, 22.13 Uhr geöffnet werden darf. Ein Jugendlicher wird vermisst, ein Junge verschwindet kurze Zeit später. Mit der Stadt stimmt etwas nicht. Es scheint sich etwas zuzutragen, was 33 Jahre zuvor schon einmal geschehen ist. „Es wird wieder passieren“, prophezeit ein alter Mann. Die Uhr tickt. Die einleitenden Worte geben bereits einen Hinweis darauf, dass es in der Serie um Größeres geht als um einen gewöhnlichen Kriminalfall.

Regie führt der Schweizer Regisseur und Drehbuchautor Baran bo Odar, der zuletzt den Drogen-Thriller Sleepless – Eine tödliche Nacht in Amerika gedreht hat. Dass er Hollywoodluft geschnuppert hat, mag vielleicht auch der Grund sein, warum Dark so undeutsch daher kommt. Die dynamische Abfolge der Szenen lassen einem gerade in der ersten Folge etwas schwindelig werden. Aber gerade durch die vielen Frakmente, die dem Zuschauer präsentiert werden und deren Zusammenhang man verstehen möchte, wird unheimlich viel Spannung aufgebaut. Ein konzentriertes Zusehen, am besten sogar ein zweites Ansehen sind angebracht, um wirklich jedes Detail, von denen keines unwichtig ist, erfassen zu können. Es wird gespielt mit verschiedensten Symbolen, seien es Vögel, die tot vom Himmel fallen, geheimnisvolle Höhlen oder flackernde Lichter. Und das Ganze ist gefasst in ästhetische und stimmungsvolle Bilder. Somit gelingt Dark genau das, woran andere deutsche Serien wie zuletzt Das Verschwinden kläglich scheitern: Spannende, zum Nachdenken anregende Unterhaltung in höchster Qualität, die mit internationalen Produktionen absolut mithalten kann.

 

Referenzen zu anderen Serien und Filmen sind in Dark etliche zu finden. Die neun Pforten und andere Netflix-Produktionen wie Stranger Things und The OA seien hier genannt. Im Intro verbinden sich kaleidoskopartige Bilder mit melancholisch-düsterer Musik, die die Grundstimmung der Serie wiederspiegelt. Bei dem Titelsong handelt es sich um Goodbye von Apparat feat. Soap&Skin.

 

Alle 10 Folgen der 1. Staffel Dark sind auf Netflix verfügbar.

Beitragsbild: Sceenshot via YouTube

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