Filmfestival Cannes 2018

Mit einigen Neuerungen warteten die 71. Internationalen Filmfestspiele von Cannes auf, die von 8. bis 19. Mai Filmschaffende und Cineasten aus aller Welt an die Côte d´Azur lockten. 21 internationale Filme konkurrierten im Wettbewerb um die Goldene Palme. Den begehrtesten Preis verlieh die neunköpfige Jury um Vorsitzende Cate Blanchett am Ende an ein japanisches Familiendrama.

Cannes_2018

© FDC / Philippe Savoir (Filifox)

Neu war in diesem Jahr, dass es keine vorgezogenen Pressevorführungen mehr gab. Journalisten bekamen die Filme erst bei der öffentlichen Vorführung zu sehen. Außerdem sorgte ein Streit über die Teilnahme von Netflix-Produktionen dafür, dass der Streamingdienst seine Filme im Vorfeld zurückgezogen hat. Und am Roten Teppich herrschte ein striktes Selfie-Verbot.

Eröffnet wurden die 71. Filmfestspiele von Everybody Knows des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi mit Penelope Cruz und Javier Bardem in den Hauptrollen. Im Wettbewerb war kein deutscher Film vertreten. Außerhalb des Wettbewerbs präsentierte Wim Wenders seinen Dokumentarfilm Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes über das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Überraschend war die Teilnahme des dänischen Regisseurs Lars von Trier, der 2011 nach einem Eklat auf der Pressekonferenz zur Persona non grata in Cannes erklärt worden war. Er brachte seinen neuen Horror-Thriller The House That Jack Built mit Matt Dillon als Serienkiller mit, der außer Konkurrenz lief. Ebenfalls außer Konkurrenz feierte der „Star Wars“-Ableger Solo: A Star Wars Story Premiere auf dem Festival.

Die Goldene Palme für den besten Film ging dieses Jahr an einen japanischen Regisseur. Kore-Eda Hirokazu erzählt in seinem Familiendrama Shoplifters von einer Familie, die aus Außenseitern zusammengewürfelt ist und am Rande der Gesellschaft lebt. Mit dem Großen Preis der Jury wurde der US-Amerikaner Spike Lee für BlacKkKlansman ausgezeichnet. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte eines schwarzen Polizisten, der sich in den 70er Jahren in den rassistischen Ku-Klux-Klan einschmuggelte.

 

Den Preis für den besten Schauspieler erhielt der Italiener Marcello Fonte für seine Rolle in Matteo Garrones Dogman. Darin spielt er einen gutmütigen Mann, der von einem Kriminellen drangsaliert wird. Als beste Schauspielerin wurde Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Rolle in Akya von Sergey Dvortsevoy ausgezeichnet.

Der libanesische Beitrag Capernaum der Regisseurin Nadine Labaki wurde mit dem Preis der Jury geehrt. Für die beste Regie wurde der Pole Pawel Pawlikowski für Cold War ausgezeichnet. Schwer tat sich die Jury mit der Vergabe des Preises für das beste Drehbuch. Dieser wurde gleich zweimal vergeben an die Italienerin Alice Rohrwacher für Happy as Lazzaro sowie an die Iraner Jafar Panahi und Nader Saeivar, die das Drehbuch zum Film Three Faces schrieben.

Ein Novum gab es auch bei der Preisvergabe: Erstmals in der Geschichte des Festivals wurde eine Sonder-Goldene Palme verliehen. Mit der „Palme d’Or spéciale“ wurde der französische Altmeister Jean-Luc Godard für sein Werk Le livre d’image bedacht für seine konstante Neudefinierung des Kinos, wie es in der Begründung hieß.

http://www.festival-cannes.com/en/

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