Ausstellung: Magritte, Dietrich, Rousseau

Von den Naiven Künstlern, über die Maler der Neuen Sachlichkeit bis hin zu den Surrealisten: Das Kunsthaus Zürich rückt in der Ausstellung „Visionäre Sachlichkeit“ die figurativen Maler der Klassischen Moderne in den Mittelpunkt. Mit ihrer Treue zum Gegenständlichen gestalteten sie neben den Vertretern der aufblühenden abstrakten Malerei die Kunst des 20. Jahrhunderts wesentlich mit.

Die Kunst der Moderne ist geprägt von zwei gegensätzlichen Richtungen: der abstrakten und der gegenständlichen Kunst. Während die Avantgardisten die Naturnachahmung vollkommen hinter sich lassen, wenden sich die figurativen Maler mehr und mehr der Vorstellungskraft zu. Sie vereinen in ihren Werken die sichtbare Wirklichkeit mit der Welt der Imagination. Unter dem Begriff „Visionäre Sachlichkeit“ bringt das Kunsthaus Zürich verschiedene Strömungen zusammen. Der früheste Vertreter ist Félix Vallotton, der im späten 19. Jahrhundert die sichtbare Welt nach Vorbild alter Meister erfasste und zugleich deren Brüchigkeit freilegte. Der „naive“ Autodidakt Henri Rousseau malte imaginierte Bildwelten. Nach dem Ersten Weltkrieg fand in der Neuen Sachlichkeit eine Rückbesinnung auf die gegenständliche Darstellung der Welt statt. Und auch die Surrealisten bedienten sich beim Malen unbewusster Inhalte der Mittel der gegenständlichen Kunst.

Das Kunsthaus Zürich präsentiert in der Ausstellung 56 Gemälde, die zwischen 1890 und 1965 entstanden sind. Unter den Exponaten befinden sich teils selten gesehene Bilder. Gut die Hälfte der Werke aus der Kunsthaus-Sammlung ist seit vielen Jahren nicht gezeigt worden. So beinhaltet die Ausstellung erhabene Raritäten mit romantisch verklärten Landschaften, träumenden exotischen Tieren und eindringliche Porträts im Stil von August Sander.

 

Rousseau_Portrait-de-Monsieur-X

Bretz_Obstbaeume

Rueegg_Nocturno

Vallotton_Coucher-de-soleil

Vivin_Paris

 

Die Ausstellung Magritte, Dietrich, Rousseau. Visionäre Sachlichkeit ist noch bis 2. September im Kunsthaus Zürich zu sehen.

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH-8001 Zürich. Dienstag, Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 20 Uhr.

Bildmaterial:

1) Henri Rousseau, Portrait de Monsieur X (Pierre Loti), 1906, Öl auf Leinwand, 61 x 50 cm, Kunsthaus Zürich, 1940

2) Julius Bretz, Obstbäume, um 1910, Öl auf Leinwand, 65 x 80 cm, Kunsthaus Zürich, Geschenk des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, 1911 © Nachlass Julius Bretz

3) Ernst Georg Rüegg, Nocturno, 1947, Öl auf Leinwand, 79 x 66,5 cm, Kunsthaus Zürich, Legat Irène Rüegg, 2000 © Nachlass Ernst Rüegg

4) Félix Vallotton, Coucher de soleil, Villerville, 1917, Öl auf Leinwand, 55,5 x 97 cm, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, 1977

5) Louis Vivin, Paris, les Halles Centrales et l‘église Saint-Eustache, 1929, Öl auf Leinwand, 48 x 64,5 cm, Kunsthaus Zürich, 1938

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