Film: Juliet, Naked @Filmfest München

Ein Paar um die 40, bei dem nach 15 Jahren Beziehung nur noch eines vorhanden ist: Unzufriedenheit. Sie leben in einer kleinen Hafenstadt, Annie (Rose Byrne) arbeitet in einem Heimatmuseum und wünscht sich insgeheim Kinder, aber ihr Freund Duncan (Chris O´Dowd) will partout keine. Er lebt in seiner eigenen Welt, die sich vor allem um eines dreht: Tucker Crowe (Ethan Hawke), ein Star der Rockmusikszene, von dem die Musikwelt seit Jahren nichts mehr gehört hat. Duncan betreibt ein Blog im Internet, auf dem er mit ein paar Gleichgesinnten das Werk und Leben seines Idols analysiert. Eben jener Tucker Crowe führt ein zurückgezogenes Leben mit seinem Sohn Jackson in der Garage einer seiner Ex-Frauen. Er leidet darunter, dass er sein erstgeborenes Kind im Stich gelassen hat. Nach seiner Ex-Freundin und Mutter des Kindes ist sein neues Album „Juliet, Naked“ benannt, das gerade kursiert und Annie, Duncan und Tucker auf ungewöhnlichem Wege zusammenbringt.

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In Jesse Peretz‘ Komödie Juliet, Naked, die auf dem Roman von Nick Hornby basiert, kommen verborgene Sehnsüchte zum Vorschein und Wahrheiten ans Licht, Illusionen werden zerstört, falsche Bindungen lösen sich auf. Alle drei Protagonisten haben einen Punkt in ihrem Leben erreicht, an dem es so nicht weitergehen kann. Die Karten werden neu gemischt. Die beiden männlichen Figuren wirken wie große Kinder, die erst erwachsen werden müssen. Der eine, indem er die kindliche Überhöhung seines Idols hinter sich lassen und falsche Illusionen über Bord werfen muss; der andere, indem er lernen muss, sich seiner Vergangenheit zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Annie ist die Vernünftige in dieser Konstellation und eigenständig genug, ihren Weg auch alleine zu bestreiten. Der Film zeichnet ein Rollenbild, das auf die heutige Zeit zugeschnitten ist, dabei jedoch nicht in Stereotypen stecken bleibt, sondern seinen Figuren Raum für Weiterentwicklung lässt.

 

Weitere Vorstellung: Freitag, 6. Juli, 18 Uhr, Gloria Palast

http://www.filmfest-muenchen.de/

Bild: © Filmfest München 2018

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