Film: Les Garçons Sauvages @Filmfest München

Wer Les Garçons Sauvages (engl. The Wild Boys) anschaut, braucht keine Drogen mehr. Der Film ist ein einziger Rausch aus Symbolen, traum- und albtraumhaften Szenen und Pornografie. Im Zentrum steht eine Gang aus fünf Jungs – allesamt von Frauen gespielt. Sie begehen ein scheußliches Verbrechen und landen vor Gericht. Als Strafe sollen sie auf dem Schiff eines nur „Captain“ genannten Mannes anheuern. Der Captain verspricht, die wilden Jungs zu züchtigen und sie zu braven, zivilisierten Menschen zu verwandeln, wie er es schon mit anderen zuvor getan hat. Seine Methoden sind rabiat: Er hält die Fünf an Bord wie Hunde. Bald gelangen sie zu einer Insel, auf der wundersame Dinge vor sich gehen: Ihre Vegetation erfüllt (sexuelle) Begierden – bis die Jungs merken, dass eine Transformation an ihnen einsetzt …

Les Garcons Sauvage
Les Garçons Sauvages von Bertrand Mandico weist zahlreiche Referenzen zu Filmen und Kunst auf, sei es ein strassbesetzter Totenkopf wie von Damien Hirst, der immer wieder aus dem Nichts erscheint, oder die an Clockwork Orange erinnernde Thematik des Films. Im Gegensatz zur Aversionstherapie in Stanley Kubricks Kultfilm wird in Les Garçons Sauvages zu anderen Methoden gegriffen, die noch radikaler erscheinen. Die ästhetischen, überwiegend schwarzweißen Bilder kommen einer Entrückung, einer Fantasie, einer Halluzination gleich. Dabei ist der Film so überbordend und bisweilen plakativ, dass im Nachgang ein flaues Gefühl zurückbleibt, als hätte man im schönsten Rauschzustand weit über die Stränge geschlagen.

 

Weitere Vorstellung: Samstag, 7. Juli, 20 Uhr, Münchner Freiheit I

http://www.filmfest-muenchen.de/

Bild: © Filmfest München 2018

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