Film: Love, Cecil

Cecil Beaton war einer der schillernsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Doch er war auch Schriftsteller, Maler und dreifacher Oscar-Preisträger. Er hatte einen ausgeprägten Sinn für Schönheit und Ästhetik, den er in seinen Werken zum Ausdruck brachte. Sein Leben war hingegen überschattet von persönlichen Niederlagen, die er durch seine Arbeit zu kompensieren versuchte. Nun ist Love, Cecil auf DVD und Blu-ray erschienen.

Ich fühle mich machtlos gegen die geheimnisvollen Motive, die mich immer bewegt haben das Leben in Schnappschüssen einzufangen. Ich belichtete tausend Rollen Film und schrieb hunderttausende Worte, im vergeblichen Versuch den flüchtigen Moment einzufangen.                                                                                                            – Cecil Beaton

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Der Film Love, Cecil zeigt die verschiedenen Stationen vom Leben und Schaffen des Künstlers und Dandys Cecil Beaton (1904-1980). Das Porträt basiert auf Tagebucheinträgen, Film- und Fotoaufnahmen, Filmausschnitten und teilweise unveröffentlichten Fotografien, Zeichnungen, Briefen und Zeitzeugenberichten. Regisseurin Lisa Immordino Vreeland: „Mein Interesse liegt in der Gegenüberstellung von kritischen Momenten in der Geschichte mit einer Person, die ihre eigene persönliche Geschichte manipuliert, um ein Star ihrer Zeit zu werden.“

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Beaton dokumentierte die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasste die kulturelle und intellektuelle Elite Europas, den Zweiten Weltkrieg, die neue Welt Amerika, die königliche Familie und die schwungvollen 1960er Jahre. In New York gelang ihm der Einstieg in die Modebranche, seine Arbeiten erschienen in der Vogue. Als einer der ersten Fotografen bearbeitete er seine Bilder, um seinen Kunden zu schmeicheln. Seine Porträts erhöhten und verherrlichten seine Sujets. Er notierte aber auch die Eigenarten und Schwächen der berühmten Persönlichkeiten, die er fotografierte, in seinen privaten Tagebüchern. Es war, als ob die Mängel, die er in seinen Fotografien entfernte, darin wieder auftauchten. 1964 gewann Beaton zwei Oscars für seine Arbeit an dem Film My Fair Lady (Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign).

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Aber Beaton hat nie daran geglaubt, dass er wirklich etwas Großes erreicht hat. Was ihn antrieb, war sein unersättliches Verlangen nach sozialem Aufstieg. Beaton flüchtete sein ganzes Leben lang vor der Mittelmäßigkeit, die er verabscheute. Er suchte Ruhm und Anerkennung bei den Schönen und Reichen seiner Zeit. Er definierte sich durch seine künstlerische Arbeit, die schließlich die Quelle seiner Identität war, da es ihm an persönlicher Erfüllung mangelte. Beaton war sein Leben lang ein großer Theaterliebhaber, aber trotz all seiner produktiven schöpferischen Leistungen hatte sich sein Traum, ein Bühnenautor zu werden, nie erfüllt. 1972 erhielt er den letzten Beweis für seine gesellschaftliche Anerkennung: die Ritterschaft durch das britische Empire.


Der Film Love, Cecil ist ab sofort auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Presseheft und Bilder wurden uns freundlicherweise von Entertainment Kombinat zur Verfügung gestellt. –

Bilder: © Studiocanal

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